Wenn dieser Hinweis erscheint, dann
haben Sie CSS (Cascading Style Sheet) in Ihrem Browser deaktiviert
kann Ihr Browser CSS nicht darstellen
haben Sie dieses Dokument ohne zugehörige CSS-Datei erhalten
Das Projekt» Kurzdarstellung » Das Team » Teilprojekte/ Dissertationen » Kontakt |
KurzdarstellungPartizipative Modellbildung, Akteurs- und Ökosystemanalyse in Agrarintensivregionen Förderdauer: 10/2003 bis 03/2007 Landwirtschaftlich geprägte Regionen, insbesondere solche mit einem Schwerpunkt in der Tierhaltung, gehören zunehmend zu Verursachern von Umweltproblemen (Beispiele: Stickstoff- und Pestizideinträge in Gewässer). Zugleich sind sie selbst einem wachsenden Anpassungsdruck ausgesetzt. Neben agrarpolitischen Änderungen im Zuge der Osterweiterung gehen neue Einflüsse von der EG-Wasserrahmenrichtline (WRRL) und der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aus. So fordert die WRRL den „guten Zustand“ der europäischen Gewässer bis zum Jahr 2015 und stellt somit auch die Landwirtschaft vor neue ökologische Herausforderungen. Gleichermaßen erfährt die Landwirtschaft im Zuge der Agrarreform durch neue Subventionsbestimmungen einen Paradigmenwechsel, der z.B. durch die Einführung der „zweiten Säule“ der Agrarförderung und verbindliche Cross-Compliance-Regelungen seinen Ausdruck findet. Gewässerschutz- wie auch Landwirtschaftspolitik erfahren damit einen Institutionenwandel „von oben“, der neue Handlungsanforderungen an die landwirtschaftliche Flächennutzung stellt. Angesichts dieser Ausgangslage erscheint es dringend geboten, Szenarien und Strategien für die sich abzeichnenden Transformationsprozesse zu erarbeiten. Die sozial-ökologische Forschung kann dazu beitragen, wissenschaftlich fundierte Methoden zur Erstellung von Szenarien einer stärker nachhaltigen Landbewirtschaftung unter sich ändernden Rahmenbedingungen zu entwickeln, und zwar unter direkter Einbeziehung derjenigen Akteure, für die diese Szenarien letztlich von Belang sind. Im Rahmen des deutsch-österreichischen Kooperationsprojektes PartizipA haben Wissenschafter/innen des Instituts für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück und der Abteilung IFF-Soziale Ökologie in Wien gemeinsam mit Akteuren in den Regionen Einzugsgebiet Hase und St. Pölten Umland strukturierte Evaluationsmethoden und Modelle eingesetzt, die zur Bewertung verschiedener Entwicklungsmöglichkeiten der Regionen verwendet wurden. Orientiert an den Anliegen regionaler Schlüsselakteure fand in der österreichischen Fallstudie eine Auseinandersetzung mit den Folgen der Agrarreform und in der deutschen die Untersuchung der Umsetzungsprozesse der WRRL statt. Mögliche Grundwasserschutzmaßnahmen für die Umsetzung der WRRL wurden aufgrund der Kriterien Soziales, Wirtschaft und Ökologische Wirksamkeit untersucht. Dabei wurden einerseits Modelle zur Beschreibung sozialer Prozesse eingesetzt, und andererseits ein Nährstoffmodell, das die ökologische Wirksamkeit von Grundwasserschutzmaßnahmen berechnet. Die Ergebnisse des Nährstoffmodells wurden in einem GIS kartographisch aufbereitet. Dies geschah in partizipativen Prozessen, die jedoch nicht nur der Modellbildung und der Szenarienentwicklung dienten. Die Auseinandersetzung mit der Zukunft der Region und den Folgen von Akteursentscheidungen wurden im Rahmen eines Akteursforums bzw. innerhalb von Fokusgruppen offen diskutiert und konnten so auch Lernprozesse über die Entwicklungsmöglichkeiten der regionalen Landnutzungen anstoßen. Ziel der partizipativen Prozesse war es vor allem auch, ein gemeinsames Verständnis der in der jeweiligen Region anstehenden Probleme und Herausforderungen zu entwickeln, Beiträge zur Entwicklung von wünschenswerten und wahrscheinlichen Szenarien zu liefern und diese in einem iterativen Prozess auf ihre Plausibilität zu testen und so weiter zu verbessern. Eine wichtige Funktion kam dabei Landnutzungssimulationen durch computergestützte agentenbasierte Modelle und unterschiedlichsten Moderationstechniken, wie z.B. die Erstellung von mentalen Modellen und Group Model Building-Prozessen zu. Beide partizipativen Prozesse wurden durch Institutionen- und Akteursanalysen auf Basis von Einzelinterviews begleitet. Im Verlauf der deutschen Fallstudie wurde zudem der Prozess des sozialen Lernens im Akteursforum evaluiert und dabei insbesondere der Umgang mit Konflikten betrachtet. |
|| Impressum || Sitemap || Rechtliche und technische Hinweise || © 2004-2006 partizipa.net ||